Der Däne mags kräftig, glaube ich. Die Osterbrunches, die ich gesehen und gekostet habe, waren alle - sagen wir mal - für echte Wikinger gemacht. Brot, Wurst, Eier ohne Ende, hier und da Fisch, Pasteten. Und da man als Wikinger-Touri dem schicken Kopenhagener und der schicken Kopenhagenerin (die sind wirklich gut und eigenwillig stylish gekleidet!) in nichts nachstehen will, isst man eben auch wie ein Wikinger. Zum Frühstück zumindest. Das Abendessen wird auch schon mal ein Fiasko - doch dazu später. (dramaturgischer Bogen). Jedenfalls haben wir an beiden frühstücksrelevanten Tagen über Ostern nicht in unserem schicken Marriott direkt am Wasser gefrühstückt, sondern haben uns jeden Tag ein Cafe gesucht. Und beide Male war das Frühstück ausgesprochen gut, bunt und gar nicht teuer. Sonst heißt es ja immer, Skandinavien sei so teuer - also beim Frühstückengehen nicht. Der schönste Platz zum frühstücken war in einem Cafe direkt am Wasser, Adresse Islands Brygge 18 zwischen Njalsgade und Gunlogsgade. In einem mehr oder weniger Kulturzentrum - heißt auch Kulturhuset - , in dem auch Konzerte stattfinden, kann man für 10 Euro super frühstücken und dabei auf das wohl spektakulärste Viertel Kopenhagens blicken. Erbaut in den letzten Jahren glänzt dieses Wohn- und Geschäftsviertel durch wirklich außergewöhnliche Architektur, wie man sie in Deutschland selten sieht. Hier zwei Beispiele für Wohnhäuser am Wasser.
Und wenn man dann auf seinen Teller schaut, sieht man neben Rührei, Zucchini-Ebly-Salat und schwarzem Brot auch noch eine fantastische würzige Wild- oder Leberpastete. Der Himmel für mich, einen typischen herzhaften Frühstücker. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es entweder Buffet gibt oder aber die Frühstückskarte derart übersichtlich ist, dass ein vegetarisches und ein nicht-vegetarisches Frühstück angeboten wird. Deshalb tummelt sich dann auf dem Teller auch entsprechend viel, eben entweder vegetarisch oder nicht, aber in jedem Fall alles durcheinander. Egal, gibt ja einen ausgesucht leckeren Kaffee dazu, cremig, stark und mit Milch versetzt, besserer Milchkaffee als in vielen Cafes Deutschlands. Lob den Dänen!

Jetzt schnell noch einige Bilder des Früstückes und dann schnell zum teuren Abendessen, das Restaurant war - leider muss ich sagen - eine Empfehlung des Concierges des Marriotts. Naja, vielleicht hatte der Koch auch nur einen schlechten Tag!
Jedenfalls wollten wir abends nett ausgehen und Fisch essen. Doch - ja, da hätte man drauf kommen können - zu Ostern ist in Kopenhagen nahezu jedes Restaurant ausgebucht. Da braucht man eine Empfehlung für einen Geheimtipp vom Concierge und den bekamen wir auch, meinten wir. Also los ins Zeleste im Ausgehviertel Nyhavn. Trotzdem wir keine Reservierung hatten, war ein Tisch kein Problem, sehr nettes kleines Restaurant, flotte Bedienung und ich dachte schon, der Abend wird nett, bis die bestellten chilenischen (warum? Gibts in Dänemark keine Schafe?) Lammkoteletts auf den Tisch kamen. Fisch war in dem Moment ausgeschieden, als wir Rotwein geordert hatten. Die Lammkoteletts, immerhin 4 für den stolzen Preis von 26 Euro, waren kalt und leider war eins so ungenießbar, bestand nur aus Fett und Knorpel und Sehnen, das sich das Essen bei einer recht widerwilligen Bedienung zurückgehen ließ. Diese kommentierte meinen Wunsch, nachdem sie den Teller in die Küche gebracht hatte, mit den Worten, schöne Grüße vom Chef (das war der Koch) wenn ich sie nicht well done bestellt hätte, wäre die Qualität des Fleisches auch besser. Hä?? Bin ich völlig blöd? Was hat denn medium und well done mit Knorpel und Sehnen zu tun - das Fleisch war leider einfach nicht von guter Qualität. Punkt. Und das kann ich bei so einem Restaurant erwarten. Mein Freund hat derweil weiter gegessen und ich habe einen neuen Teller immerhin schon 20 Minuten später bekommen. Sorry, aber das geht gar nicht, finde ich. Deshalb hier auch der Link: Solltest ihr mal nach Kopenhagen fahren, vielleicht geht ihr ja nicht unbedingt ins Zeleste. www.zeleste.dk
Ich war übrigens nicht der einzige Nörgler, am Nebentisch fragten zwei Briten nach Fisch und wollten diesen gern filetiert, das mache der Koch nicht, war die Antwort. Und auf die Frage, ob der Koch anstrengend sei, hieß es, nein, er sei Franzose. Hmm…das kann ich jetzt nicht beurteilen. Aber beurteilen kann ich diesen Abend und schließe mit der Bewertung: nie wieder Zeleste!
Aber frühstücken kann man in Kopenhagen hervorragend. Ist wahr! Deshalb jetzt noch ein Bild dieser herrlichen Pastete.
